Zentrum für Onkologie an der Uniklinik Köln

Das neue Gebäude soll Anfang 2019 fertig sein.Fast hätte das Richtfest für das Gebäude des Centrums für integrierte Onkologie (CIO) an der Uniklinik Köln gar nicht stattfinden können. Jedenfalls nicht auf althergebrachte Art. Es ist Tradition, dass der Bauherr den letzten Nagel ins Gebälk einschlägt. Wenn eins da ist. Für den Rohbau des gewaltigen Gebäudes mit einer Grundfläche von gut 13 500 Quadratmetern und sieben Geschossen wurden zwar 6600 Kubikmeter Beton und 700 Tonnen Stahl verbaut, aber kein Holz, noch nicht einmal eine einzige Holzlatte. Gut, dass fürs Richtfest zumindest ein ambulanter Holzbalken da war, in den der frühere NRW-Bauminister Michael Groschek, Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes sowie Vertreter der Uniklinik und des CIO die letzten Nägel versenken konnten.

Fast 100 Millionen Euro teuer

Anderthalb Jahre nach der Grundsteinlegung ließ Polier Thomas Teschner den Richtkranz mit den blau-weißen Bändern hochziehen. Anfang 2019 soll der Klinikneubau bezugsfertig sein. Es ist der größte Bau auf dem Gelände der Uniklinik seit den 1970er Jahren. 1973 wurde das Bettenhaus als 70 Meter hoher Turm mit 18 Geschossen errichtet. In dem  Behandlungszentrum für die ambulante Krebsversorgung arbeiten dann alle Einheiten und Institute, die sich mit der Erforschung, Diagnose und Behandlung von Tumorerkrankungen beschäftigen, erstmals unter einem Dach zusammen. Die knapp 99 Millionen Euro für den Bau des neuen CIO-Gebäudes kommen vom Land  Nordrhein-Westfalen. Der Komplex liegt zentral auf dem Uniklinik-Campus zwischen Herzzentrum, der Nuklearmedizin, dem Max-Planck-Institut für die Biologie des Alterns und dem Studierendenhaus.

Zentrale Anlaufstelle

Das neue CIO-Gebäude soll die zentrale Anlaufstelle für Krebspatienten aus Köln und dem Umland werden. Für die häufigsten Tumorerkrankungen wie Brust-, Darm-, Prostata – oder Lungenkrebs sowie Leukämien und bösartige Lymphome gibt es eigene interdisziplinäre Ambulanzen und Spezialsprechstunden geben, sagte  Professor Jürgen Wolf, Ärztlicher Leiter des CIO. Neben den medizinischen Einrichtungen wird es im CIO-Haus  Bereiche für Sport, Psycho-Onkologie, Selbsthilfe und Sozialberatung geben. Neben Ambulanzen ausgewählter Kliniken der Uniklinik zieht das „Haus Lebenswert e.V.“ für die psychologische Betreuung der Patienten mit ein. Betten für die stationäre Behandlung wird es nicht geben. Bislang ist das CIO im fünften Stock des Bettenhauses der Uniklinik Köln untergebracht. Gegründet wurde das Centrum für Integrierte Onkologie 2004 an der Uniklinik Köln von Professor Michael Hallek, der noch immer CIO-Direktor ist. Seit 2006 ist es das gemeinsame Krebszentrum der Unikliniken Köln und Bonn. Als eines der vier ersten universitären Krebszentren ist das CIO 2008 als Onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet worden. Fünf Jahre später erfolgte die Zertifizierung als Onkologisches Zentrum durch die Deutsche Krebsgesellschaft. Pro Jahr lassen sich rund 17 000 Krebspatienten in der Uniklinik Köln behandeln.