Privatsphäre von Prominenten achten? Natürlich!

Wer in der Öffentlichkeit steht, tut dies mit beiden Füßen Aber auch mit Haut und Haaren. Kein Problem, solange die Frisur sitzt. Schwierig wird es, wenn irgendetwas aus den Fugen gerät. Das kann den Job, die Gesundheit, die Familie oder die Lebensumstände allgemein betreffen. Die Öffentlichkeit interessiert alles, glauben jedenfalls viele Journalisten. Folglich wird der geneigten Leserin (Leser sind ausdrücklich mitgemeint) jedes noch so banale Detail serviert. Viele der betroffenen Personen versuchen, das zu verhindern. Sie bitten, appellieren oder lassen ihre Anwälte drohen. Geht es beispielsweise um Trennungen (siehe Angelina Jolie und Brad Pitt), wird häufig auf das Wohl der Kinder verwiesen. Immer häufiger stellt sich die Frage, ob die Öffentlichkeit (wobei noch nicht einmal ganz klar ist, wer das überhaupt genau ist) tatsächlich das Recht hat, über einen prominenten Menschen alles sofort und lückenlos zu erfahren? Ohne Rücksicht auf Verluste? Nein. Selbstverständlich haben Prominente eine Privatsphäre, die es zu wahren gilt. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage. Woher rührt die irrige Annahme, es wäre anders? Ein Grund ist die Tatsache, dass die Prominenten vorher, als die Frisur noch total akkurat saß, ungefragt alles sofort und lückenlos von sich preisgegeben haben. Das mag nicht besonders klug gewesen sein, ein Freibrief für Voyeurismus ist es nicht. Und Journalisten sollten häufiger die Füße stillhalten: Man muss nicht ungebremst herbeispringen, wenn der Prominente X zur Einweihung seines neuen Nasenhaarschneiders oder der Prominente Y zur Geburtstagsparty seines Hamsters einlädt.