Singapur am Rhein? Oder warum Verbote keine Lösung sind.

Unbestritten gibt es in Köln mitunter zu viel Chaos.Nicht alles läuft rund, manchmal knirscht es gewaltig im Getriebe. Aber deshalb auf die Idee zu kommen, die öffentliche Ordnung über Verbote regeln zu wollen, ist Quatsch. Der Plan lautet wohl: Kanten abschleifen, runde Ecken feilen, Ruhe schaffen. Ruhe bewahren und noch einmal genau hinsehen, sollte es heißen. Beispiel: Pflastermaler auf der Domplatte. Stört keinen Menschen. Sieht sogar ganz nett aus. Bringt den Malern ein paar Euro. Warum verbieten? Ähnlich sieht es bei den Musikern aus, die in der Stadt unterwegs sind. Die nerven zwar manchmal ganz schön, aber das reicht nicht, um sie dem Bannstrahl des Ordnungsamtes auszusetzen. Zur Erinnerung: Klaus, der Geiger und die Kelly Family haben als Straßenmusiker angefangen. Ach ja, und die gerade sehr erfolgreiche Band „AnnenMayKantereit“ auch. Das Verbot des öffentlichen „Seifenblasen-in-Luft-Pusten“ ist erfreulicherweise ja geplatzt wie selbige. Was ist zur Diskussion ums „Wegebier“ zu sagen? Wer unbedingt auf der Straße an seinem Bierfläschchen nuckeln möchte, bitte. Außerdem freuen sich die Flaschensammler über jeden „Bier-to-go-Anhänger“. Die Frage ist doch: Wollen wir ein Köln, das ein wie geleckt aussehender Zwilling von Singapur wird? Die dortige Sauberkeit und Ordnung ist tatsächlich beeindruckend, es steht aber nahezu an jeder Ecke und vor jedem größeren Geschäft ein Wachmann.